Konventionelle Anlageformen wie Tages-, Festgeld oder Sparkonten stellen längst keine Alternativen mehr dar, die eine Verzinsung über die Inflationsrate hinaus erwarten lassen. Diese Umstände haben in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, dass Sparer und Anleger vermehrt nach alternativen Anlageformen Ausschau halten und sich diese zunehmend als zusätzlicher Portfoliobaustein etablieren konnten. Eine beliebte Alternative sind Immobilien geworden, die auch als „Betongold“ bezeichnet werden. Wer eine Immobilie erwirbt, sollte sich allerdings gegen mögliche Schäden und Schadensersatzansprüche absichern. Welche Versicherungen Sie benötigen (und welche nicht), hängt unter anderem davon ab, ob Sie die Immobilie selbst bewohnen oder sie vermieten wollen.

Gebäudeversicherung

Erwerben Sie eine Bestandsimmobilie, ist grundsätzlich davon auszugehen, dass diese bereits über eine Gebäudeversicherung verfügt. Die Gebäudeversicherung geht auf Sie als neuen Besitzer über, damit keine versicherungsfreie Zeit entsteht. Allerdings gilt der Regel: Je älter das Haus ist, desto älter ist die Gebäudeversicherung und desto schlechter und lückenhafter der Versicherungsschutz. Oft ist nur das Feuerrisiko abgesichert, aber beispielsweise noch keine Überspannungsschäden.

Aus diesem Grund haben Sie als Käufer ein außerordentliches Kündigungsrecht, von dem Sie innerhalb eines Monats nach Grundbuchumschreibung Gebrauch machen können. Wichtig ist in jedem Fall, die Versicherungssumme zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Durch Wertzuwächse oder bauliche Veränderungen ist die Versicherungssumme in vielen Altverträgen zu niedrig.

Egal, ob Sie eine Bestandsimmobilie oder einen Neubau erwerben: Wählen Sie eine Gebäude- oder Eigenheimversicherung mit einem möglichst umfassenden Schutz. Neben Feuer sollten Sie mindestens auch die Gefahren Leitungswasser und Sturm mit absichern. Außerdem werden Elementarschäden zunehmend als Problem erkannt. Sie lassen sich als erweiterte Deckung in die Gebäudeversicherung aufnehmen, um auch Gefahren wie Überschwemmung, Rückstau oder Schneedruck abzusichern.

Haftpflichtversicherung

Wenn Sie einen Neubau errichten oder Umbaumaßnahmen an Ihrer Immobilie durchführen lassen, setzen Sie sich als Bauherr einem hohen Haftungsrisiko aus. Sie haften für die Sicherheit am Bau und sich hieraus ergebenden Schäden – selbst dann, wenn Sie eine Firma mit der Bauausführung beauftragt haben. Im Fall eines Personenschadens können hohe Schadensersatzforderungen wie Schmerzensgeld, Behandlungskosten, Verdienstausfall oder sogar eine lebenslange Rente auf Sie zukommen.

Viele Tarife der Privathaftpflichtversicherung bieten bereits eine Deckung für Bauvorhaben, allerdings nur bis zu einer bestimmten Bausumme. Genügt diese Summe für Ihre Baustelle nicht, benötigen Sie eine separate Bauherrenhaftpflichtversicherung. Diese kommt für berechtigte Haftpflichtansprüche auf, die Geschädigte an Sie stellen. Sind Ansprüche rechtlich unbegründet, wehrt die Versicherung sie auch ab – zur Not vor Gericht.

Schadensersatzansprüche drohen allerdings nicht nur im Rahmen eines Um- oder Neubaus. Auch in der Nutzungsphase können Dritte geschädigt werden. Ein Klassiker ist hier der verschneite Gehweg, auf dem sich ein Passant beim Sturz verletzt und Ihnen vorwirft, Ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen zu sein. Noch gravierender kann ein Einsturz oder die Ablösung von Teilen Ihres Gebäudes sein.

Eine selbst bewohnte Immobilie ist in solchen Fällen automatisch und beitragsfrei in Ihrer Privathaftpflicht mitversichert. Sollten Sie jedoch auch Vermieter sein, müsste geprüft werden, ob Sie eventuell eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung benötigen. Denn als Haus- und Grundbesitzer haften Sie für Schäden, die im Zusammenhang mit der fehlerhaften Errichtung oder mangelhaften Unterhaltung Ihrer Immobilie stehen.

Hausratversicherung

Als letzte grundlegende Versicherung ist – für selbst bewohnte Immobilien – die Hausratversicherung zu nennen. Sie sichert Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel oder auch Einbruchdiebstahl ab. Sie kommt unter anderem für die Kosten zur Wiederbeschaffung von Einrichtung, Kleidung und alltäglichen Gebrauchsgegenständen auf.

Für hochwertigen Hausrat und Kunst ist ein spezieller Versicherungsschutz mit „All-Risk-Deckung“ zu empfehlen. Eine normale Hausratversicherung stößt schnell an die Grenzen des Möglichen, wenn es um Kunstgegenstände, Antiquitäten, Bücher, Sammlungen oder Designermöbel geht. Zu hohe Versicherungssummen sind nötig, um eine ausreichende Absicherung zu bieten, und Wertsachen können oft nur bis zu einer bestimmten Grenze eingeschlossen werden.

Statt die Versicherungssumme durch die übliche Quadratmeterpauschale zu ermitteln, sollten Sie in diesem Fall den Wert Ihrer Einrichtung selbst einschätzen oder einen Gutachter beauftragen. So sind Sie auf der sicheren Seite und laufen nicht Gefahr, dass es im Schadensfall zu Kürzungen aufgrund einer nicht ausreichenden Versicherungssumme kommt. Zudem sollten Sie eine Liste aller Objekte höheren Werts erstellen und deren Vorhandensein mit Bildern dokumentieren. Erweitern Sie dieses Verzeichnis mit jedem Neuerwerb und übermitteln Sie dem Versicherer eine Kopie. Bei zerstörten oder abhanden gekommenen Sachen erstattet der Versicherer dann je nach Vereinbarung den vereinbarten Wert, den Taxwert oder den Wiederbeschaffungswert.

Gerade wenn Ihr Versicherungsbedarf nicht dem 08/15-Standard entspricht, lohnt sich die unabhängige und individuelle Beratung durch einen Versicherungsexperten.

ZU ASEKURADO
Kai Doerk
Geschäftsführer Asekurado Versicherungsmakler GmbH
ArchitektenConsult - wir machen die Berufshaftpflicht digital

Kai Doerk is als unabhängige Versicherungsmakler ist seit vielen Jahren spezialisiert auf die Absicherung selbständiger Unternehmer sowie individuelle Versicherungen rund um Immobilien.